Werk Jean Welter

An d’Gemengenarchive geluusst XLIX

„Wéi d’Zäit vergeet op der Musel”: Ein Werk von bleibendem Wert

1997 veröffentlichte der unermüdliche Forscher Jean Welter (1935-2006) aus Grevenmacher bei den “Editions Schortgen” ein Werk, “das man sich selbst und allen Moselfreunden gönnen soll”, wie es in der Kurzbeschreibung heißt. Das 268 Seiten starke Buch, das immer noch eine Fundgrube für alle Freunde unserer Mosel darstellt, trägt den besinnlichen Titel: „Wéi d’Zäit vergeet op der Musel”. Zitieren wir weiter aus der Vorstellung auf der hinteren Seite des Schutzumschlages: „Tausende von Bildern (…) wurden gesichtet, verglichen und dann ausgewählt, um die vielfältige Vergangenheit unserer Moselortschaften und –landschaft in der Erinnerung festzuhalten, um sie dann mit der heutigen Szenerie zu vergleichen.”

Etwas weiter heißt es: „Auf 250 Gegenüberstellungen, mit mehr als 500 Fotos aus 22 Ortschaften und Lagen längs der luxemburgischen Mosel von Schengen bis Wasserbillig, entstand ein Werk, das in den älteren Lesern Erinnerungen wachruft an Gewesenes, den jüngeren Generationen das Fließen der Zeit vergegenwärtigt und ihnen später einen Anhaltspunkt an ihre eigene Vergangenheit bietet.”

Bereits auf den Titelfotos des Werkes von Jean Welter erkennt man: „Wéi d’Zäit vergeet op der Musel“ (1997).

Jean Welter selbst hat das Vorwort verfasst in dem Werk, das seinem in Wormeldingen geboren, damals 94-jährigen Vater gewidmet ist. „Juegd op Biller, e spannend Erliefnes – Das Abenteuer der Bildsuche – La chasse aux images, une aventure passionnante – Hunting for images of the past, an

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adventure”, lautet der Titel dieses Vorwortes in vier Sprachen, in dem der Autor schlussfolgert: „Aber nun liegt das Werk vor, das schon in der Entstehungsphase auf viel Interesse gestoßen ist. (…) Neben dem Interesse soll auch das Nachdenken angeregt werden. Nostalgie allein genügt nicht, aber ohne Gefühl und Rücksicht, ohne Besinnung und Zurückschauen wird unsere Zukunft kaum lebenswerter.” Es sind dies prophetische Worte…

Der Moselmetropole Grevenmacher sind im Buch insgesamt 25 Seiten gewidmet, mit 53 Schwarzweißfotos und Postkarten. Da leben die Eisenbahnstrecke Wasserbillig-Grevenmacher und der schmucke Bahnhof auf. Da verweilt man vor der stimmungsvollen Lithographie von Franz Heldenstein, oder man betrachtet zwei Moselbrücken als Verbindung mit Wellen, bzw. mit der großen, weiten Welt… Zwischen dem „Pietert“ um 1950 und 1997 liegen Welten, genau wie zwischen der Dekanatskirche vor 1927 und dem Gebäude Anfang 1997. Der „Prosteneek“ von 1947, gekennzeichnet von den Spuren des Krieges und vom Hochwasser, hat kaum Gemeinsamkeiten mit der Hauptkreuzung unseres Moselstädtchens im Jahre 1997. Vom Strandbad, das 1935 abgelichtet wurde bleibt keine Spur auf dem Schleusengelände, das 62 Jahre später fotografiert wurde. Auch die Weinstraße in Richtung Machtum hat zwischen 1935 und 1997 ihr Gesicht stark verändert, und von die Deisermühle, wie sie 1928 noch stand, ist ebenfalls verschwunden…

„Wéi d’Zäit vergeet op der Musel“! In der Tat hat sich sehr viel getan in der Zeitspanne, wo uns Vergleiche geliefert werden, nicht nur in Grevenmacher, sondern in allen Ortschaften entlang unserer Mosel, aufgeführt moselaufwärts von Wasserbillig bis Schengen. Würde man heute ein drittes Foto zu den beiden Bildern hinzufügen, so müsste man meistens feststellen, dass auch in den vergangenen 20 Jahren die Zeit keineswegs stehen geblieben ist… Gerade deshalb ist das Werk von Jean Welter eine wahre Fundgrube, eben für alle Moselfreunde. Wir hüten das kostbare Buch, denn anhand dieses Werkes soll man sich auch später noch erinnern und feststellen können: „Wéi d’Zäit vergeet op der Musel“!

Monique Hermes

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