Seimetz Monografie 1973

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An d’Gemengenarchive geluusst (XXIII)

Noch einmal Frantz Seimetz…
… beleuchtet anhand der Monografie von 1973

Ein letztes Mal im Jahr 2014 soll es in dieser Rubrik um Frantz Seimetz gehen, der bekanntlich am 26. Oktober 1934 – also vor 80 Jahren (2014) – in Luxemburg-Rollingergrund starb. Zur Welt gekommen war „Korriesch Frantz“ am 21. April 1858 in Grevenmacher.

Als 16. Band der Schwebsinger Moselpublikationen und in Zusammenarbeit mit der „Entente des Communes et des Syndicats d’Initiative de la Moselle Luxembourgeoise“, kam im Dezember 1973 die beachtenswerte Monografie „Frantz Seimetz – Ein Künstlerleben“ heraus. Die Grevenmacher Gemeindeverwaltung verfügt in ihrem Archiv über einige wenige Exemplare dieses Werkes.

„Der älteste dieser Moselkünstler, die profilierteste dieser Persönlichkeiten, ist Frantz Seimetz, der Maler aus Grevenmacher. (…) Seimetz war ein Streiter der Kunst und ein Künstler des Lebens. Vielleicht liegt hier das Geheimnis seines Erfolges, der ihm einen Ehrenplatz im Goldbuch der großen Luxemburger sichert“, schreibt Martin Gerges (1919-2000) im Vorwort.

In einer ausführlichen Biografie geht der aus Grevenmacher stammende Chemiker und Naturwissenschaftler Robert (Bob) Stumper (1895-1977) dann auf das Wesen und Werden von Frantz Seimetz ein. Der Autor geht in dieser Lebensdarstellung von der „eindrucksvolle(n) Ausstellung“ aus, die der Grevenmacher Distriktskommissar Jos. Faber (1887-1960), der Bürgermeister des Moselstädtchens, Victor Prost (1891-1959) und der Schriftsteller Batty Weber (1860-1940), „des Jubilars treuester Freund“, dem Maler, Weltenbummler und Schriftsteller 1933, in seinem 75. Lebensjahr, in seiner Heimatstadt ausrichteten. „Sein eigentliches Meisterwerk war sein Leben. Sein ganzes Genie hat er auf sein Leben verwandt, seinen Werken hat er seine Talente geschenkt.“ Mit diesen Worten schließt die Biografie.

Im reichbebilderten, mit Fotos und Kunstwerken ausgestatteten Buch wechseln sich anschließend Beiträge von Batty Weber, Zitate aus dem „Feuersalamander“, ein erster Nachruf auf den Künstler von Jos. Faber sowie von Batty Weber, von Nicolas Ries (1876-1941), dem Mitbegründer der„Cahiers luxembourgeois“ und von Leo Lommel (1893-1978), dem späteren 5. Bischof von Luxemburg, der ein großer Kunstkenner war und mehrere Gemälde von Seimetz besaß. Ein Briefwechsel zwischen dem Journalisten Frantz Clement (1882-1942) und Frantz Seimetz wird veröffentlicht. Dabei handelt es sich um eine Polemik über moderne Malerei, entfacht durch den Salon 1926 des Luxemburger Kunstvereins.

Dann folgen auf fast 50 Seiten Farbfotos und Schwarzweißabbildungen von Ölgemälden und Zeichnungen des Künstlers, der von Leo Lommel als „Altmeister unserer inländischen Maler“ bezeichnet wird, obwohl er nie den seit 1902 vergebenen, von Großherzog Adolphe ins Leben gerufenen, Kunstpreis „Prix Grand-Duc Adolphe“ erhielt. Dieser Kunstpreis wurde von Großherzog Adolph (1817-1905) selbst ins Leben gerufen und wird seit 1902 vergeben.

Die ausführliche Seimetz-Monografie, die Ende 1973 erschien, hat heute Seltenheitswert.

Fazit: Der Maler und Schriftsteller Frantz Seimetz, der Weltenbummler mit Grevenmacher Wurzeln, sprach und spricht an, bereits zu Lebzeiten sowie nach seinem Tod und bis heute. Davon zeugt der Erfolg bei der rezenten Ausstellung „Der Maler Frantz Seimetz (1858-1934)“ in der hauptstädtischen Villa Vauban. Davon zeugt auch das Interesse an der Mini-Retrospektive „Seimetz intime“ im Rahmen von „Maacher Oart 2014“. Und davon zeugt nicht zuletzt die Neuauflage seines Werkes „Der Feuersalamander“, die demnächst erscheinen wird.

Monique Hermes

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