Pit Weyer 65

An d’Gemengenarchive geluusst (XXXIII)

Grevenmacher vor 50 Jahren – gezeichnet von Pit Weyer

Seit nunmehr 50 Jahren befinden sie sich im Grevenmacher Gemeindearchiv, jene 22 großformatigen Fotos von ebenso großen Tuschzeichnungen, welche der Luxemburger Graphiker und Zeichner Pit Weyer (* 1940) im Jahr 1965 angefertigt hat. Dabei handelt es sich um eine Bilderserie über verschiedene Moselortschaften. Und vornehmlich über Grevenmacher.

Was die Moselmetropole betrifft, so sind im Bild festgehalten – damals bereits im unverkennbaren Stil von Pit Weyer, der mittlerweile weit über Luxemburg hinaus bekannt ist wegen seiner unzähligen, farbenfrohen Plakate, wegen seiner besonderen Bühnenbilder, oft in Zusammenarbeit mit seiner Frau, Anne Weyer, sowie wegen seiner Illustrationen in verschiedenen Büchern – der Ausblick auf Grevenmacher vom Kreuzerberg aus, der Festungsturm samt Festungsmauer im Baxeras-Garten, mit dem Stadtturm und dem Turm der mittlerweile abgerissenen Kapelle des Altersheims im Hintergrund, das (damalige) Stadthaus mit Marktplatz und Kiosk, die Dekanatskirche, das Postgebäude, die Primärschule, die Genossenschaftskellerei, die Jugendherberge auf dem „Grueweréck; auch sie besteht nicht mehr; die Sparkasse mit Blick in Richtung Moselbrücke, die damals noch neue Schleuse; der Moselkanal war nur ein Jahr zuvor, 1964, eingeweiht worden; sowie – in unmittelbarer Nähe von Grevenmacher – der Hafen von Mertert. Bei einer weiteren Zeichnung könnte es sich um eine der vielen Gassen in Altstadt unseres Moselstädtchens handeln. Auf den übrigen Bildern sind Mosellandschaften, bzw. Moselortschaften„festgehalten“.

Die Kreuzkapelle ist Teil des Blicks vom Kreuzerberg auf Grevenmacher Blick Anno 1965.

Auch wegen der Autorenrechte auf die Kopien der Zeichnungen und deren Veröffentlichung angesprochen, gab Pit Weyer interessante Informationen preis:

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„Ich kann mir vorstellen, dass wir damals auf Bestellung eine Mappe mit den Originalzeichnungen, etwa als Geschenk für eine ‚Entrée Joyeuse‘, anfertigten.“ In der Tat waren Großherzog Jean und Großherzogin Joséphine- Charlotte am 16. Mai 1965 für ihren offiziellen Antrittsbesuch in der Kantonalhauptstadt Grevenmacher zu Gast; Großherzog Jean hatte bekanntlich am 12. November 1964 als Nachfolger seiner Mutter, Großherzogin Charlotte, Luxemburgs Thron bestiegen.

„Diese Zeichnungen machte ich nur ein Jahr, nachdem ich mein Universitätsstudium abgeschlossen hatte. Und weil es in den 60er Jahren nicht so einfach war, Zeichnungen von verschiedenen Orten, bzw. Ortschaften auf Papier zu bringen – es gab schließlich noch kein Internet – mussten mein Vater(Lex Weyer sen. 1914-2005) und ich, uns des Öfteren vor Ort begeben, um uns dort ein konkretes Bild zu machen,“ so Pit Weyer weiter, der übrigens seit 2004 von seinem Sohn, Lex Weyer jun., Jahrgang 1966, „assistiert“ wird.

So hielt Pit Weyer 1965 das damalige Grevenmacher Stadthaus samt Marktplatz mit Kiosk im Bild fest. (Originalzeichnungen: Pit Weyer, Fotos: Gemeindearchiv Grevenmacher)

Der talentierte Künstler ist in demnach in Grevenmacher längst kein Unbekannter mehr. Im Stadthaus hängt beispielsweise eine seiner farbenfrohen „Moseldarstellungen“ aus dem Jahr 2006, mit dem Titel „Wäikinnigin“. Im Rahmen von „Maacher Oart“ (damals noch „Aux 4 coins de Grevenmacher“), wartete er zudem 2008 im „Kulturhuef“ mit Theaterplakaten auf und gestaltete ebenfalls einen ganz besonderen Seimetz-Druck, (2008 war nämlich ein „Seimetz-Jahr“; 150. Geburtsjahr des Künstlers, Weltenbummlers und Schriftstellers). Pit Weyer hatte sich für diesen Druck, der im Druckmuseum des „Kulturhuef“ hergestellt wurde, an Zitaten aus dem „Feuersalamander“ von Frantz Seimetz inspiriert. Und die Stadt Grevenmacher besitzt die Nummer 1 dieses handsignierten Drucks, der in 50 Exemplaren angefertigt wurde.

Monique Hermes

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