Peter von Osburg und seine Liegenschaften in Grevenmacher

Peter von Osburg und das Zivilhospiz in Grevenmacher

Versuch einer Chronologie

Gebäude eingetragen im Kataster der Gemeinde Grevenmacher, Sektion A, Nummer 831/5812
(und Nummer 832/1120 für den Garten),
als Inhaber angegeben „Grevenmacher, l’Hospice“.

La Maison d’Osbourg, jadis Hospice civil de la Ville de Grevenmacher, aujourd’hui Ecole de Musique à vocation regionale, avec son jardin, inscrits au cadastre de la commune de Grevenmacher, section A de Grevenmacher, sous les numéros 831/5812 et 832/1120, appartenant d’après l’extrait cadastral à “Grevenmacher, l’hospice”. Bénéficie d’une protection nationale depuis le 21 juin 2017.

 Um die Wende des 14./15. Jahrhunderts:
Ein Edelmann (Kriegsmann, Ritter) namens Peter von Osb(o)urg ist in Grevenmacher beheimatet.

(Peter von Osburg stammte wohl aus der Ortschaft Osburg, (Oysperg, Oysperch, Oisperch um 1200), im heutigen Landkreis Trier-Saarburg, zwischen Trier und Hermeskeil gelegen, oder aus der näheren Umgebung dieser Ortschaft.)
Fazit: Peter von Osburg muss das Bürgerrecht gehabt haben, um in Grevenmacher wohnhaft zu sein. Bekam er es durch die Heirat mit einer (begüterten) Bürgerin aus der Moselortschaft?

 1418:
Peter von Osburg vermacht (Ende Oktober) in einer Schenkungsurkunde seine gesamten Liegenschaften in Grevenmacher der Stadt Grevenmacher mit der Auflage, dass ein Haus für die Armen (ein sog. Bürgerspital oder Hospiz) in seinem Haus an der früheren Trierer Pforte entstehen soll, und dass man darin einen Altar errichte zum Abhalten des Gottesdienstes.

(In dieser Schenkungsurkunde, die von den damaligen Grevenmacher Schöffen in Empfang genommen und beglaubigt und bis zum Zweiten Weltkrieg im Pfarrarchiv aufbewahrt wurde, wird das Haus an der Pforte „mit allem seinem Zubehör” zitiert. König Wenzel II. hätte sämtliche Liegenschaften von Peter von Osburg von allen Abgaben befreit, heißt es. Bestätigt wurde die Urkunde ebenfalls durch den damaligen Gouverneur von Luxemburg.)

Fazit: Das bzw. ein Haus an der Trierer Pforte muss damals also bereits bestanden haben. Mit der Errichtung eines Altars wird wahrscheinlich das angrenzende Gotteshaus angedeutet, das wohl in der Folge an das Haus angebaut wurde. Es könnte sich jedoch auch um eine erste Kapelle im Haupthaus selbst handeln, wovon allerdings nirgendwo berichtet wird. Das Haus selbst habe unter dem Schutz des heiligen Georg, Patron der Ritter, gestanden, weiß Berens zu berichten.

page1image1409153712 page1image1409154128 page1image1409154416

 1439:
Peter von Osburg vermacht in seinem Testament sozusagen den gesamten Rest seines Vermögens den „Illendigen und Siechen” (d. h. den Armen und Kranken), und drückt zudem ausdrücklich den Wunsch aus, im „spitall zu machern” begraben zu werden.

(Zur Vollstreckung des Testaments, das sich ebenfalls bis um Zweiten Weltkrieg im Grevenmacher Pfarrarchiv befand, wurde der damalige Pfarrer von Grevenmacher („peter momp von arls, pastor zu machern”) bestellt.)
Fazit: Wenn Peter von Osburg “im Spital” begraben werden wollte, so konnte das damals lediglich in der angrenzenden Kirche geschehen, die also 1439 gestanden haben muss.

 1439:
Peter von Osburg stirbt am 26. Februar 1439 und wird vor dem Altar in der

Spitalkirche beigesetzt.

(Die Grabinschrift wird uns erstmals um 1700 durch den Historiker Jean-François Pierret überliefert, und 1867 von Philippe Knaff übersetzt: „Hier liegt der edle und tapfere Kriegsmann (Krieger) (Ritter) Peter von Osburg, welcher starb im Jahre des Herrn 1439 am 26. Februar. Seine Seele ruhe in Frieden.“)

Fazit: Das Grabmahl von Peter von Osburg (und dessen Verwandten) muss sich in der Hospizkirche, die der Heiligsten Dreifaltigkeit geweiht war, befunden haben bis zur Französischen Revolution und bis zur Zerstörung der Kapelle im Jahre 1824. Seither gibt es keine (sichtbaren) Spuren mehr von diesem Grabmal.

 1446:
Eine Ordonnanz hält fest, dass den (drei) Geschwistern und Erben von Peter von Osburg die Verwaltung des neugegründeten Hospitals obliegen soll, dies infolge eines Prozesses, den die Geschwister mit der Stadtverwaltung geführt hatten.

Die Erben sind dazu verpflichtet, „auf ewige Zeiten jede Woche eine „stille“ Messe lesen zu lassen, in dem Spital 4 Betten bereitzuhalten mit Leintüchern und Decken, um arme Leute und Pilger zu beherbergen, in der Karwoche 1 Malter Kornmehl zu verbacken, 1 Ohm Wein, 1 Viertel Erbsen und 1 Quart Öl zu steuern, die Erbsen zubereiten, um armen Menschen und Pilgern davon zu spenden“.

Fazit: Das Spital „funktionierte“ zu diesem Zeitpunkt. Bei den erwähnten Pilgern geht es wohl um jene Menschen von nah und fern, die – besonders in der Karwoche und am Fest Kreuzerhöhung Mitte September – Wallfahrten auf den Kreuzerberg unternahmen. Diese Wallfahrten sind in späteren Visitationsberichten dokumentiert.

 1570:
In einem Visitationsbericht wird das „Spital in Machern”, speziell für die Armen, dokumentiert und beschrieben. „Fast das ganze Gebäude ist eingestürzt und man hat angefangen, eine Kapelle einzurichten, deren Altar man konsekrieren lassen will. (…) Vorhanden sind 2 Betten”, heißt es u. a.

Nach Hurt (Kartularchronik) handelt es sich um den ersten Visitationsbericht, von dem man Akten besitzt.
Fazit: Das Spital dürfte zu dem Zeitpunkt bereits baufällig gewesen sein. Rätsel gibt hingegen die „neue” Kapelle auf, da laut Testament von Peter von Osburg bereits vorher ein Gotteshaus im Zusammenhang mit dem Hospital bestanden haben müsste.

 1705:
In mehreren Dokumenten wird die „Einäscherung” von Grevenmacher infolge des Einmarsches der Alliierten während des Spanischen Erbfolgekrieges (1701-1714) erwähnt.

Philipp V. herrschte zu dem Zeitpunkt ebenfalls über Luxemburg. Damals sollen auch die Rechnungsbücher und sonstige Niederschriften (betreffend das Spital) ein Raub der Flammen geworden sein. Dies wurde in einer Deliberation von 1842 vom damaligen Verwaltungsrat erneut bestätigt.

Fazit: Sowohl das erste Hospiz, als auch die Kapelle könnten damals arg in Mitleidenschaft gezogen worden sein. Auch wichtige Dokumente gingen verloren.

 1718-1719:
Aus Jahresrechnungen geht hervor, dass die Verwaltung des Hospizes einem Hospitalmeister („ordonnateur“) anvertraut war, der – wohl auf ein Jahr ernannt – dem Stadtrichter und den Stadtschöffen rechnungspflichtig war.

Auch hatte damals das Hospiz aufgehört, ein Hospiz im eigentlichen Sinne zu sein, denn in den Jahresrechnungen ist der „Mietzins des Hospitalgebäudes als gewöhnliche Einnahme” vermerkt. Wahrscheinlich wurden nun „Geldunterstützungen und Verpflegungsgelder an Dürftige gewährt”.

Fazit: Immer wieder kommt auch die Gemeinde ins Spiel, wenn es um das Hospital geht.

 1751/52:
Die rezente bauhistorische und restauratorische Untersuchung des Osburghauses, durchgeführt 2016 von Diplom-Restaurator Thomas Lutgen, hält fest, dass „im Jahre 1751/52 ein Neubau mit Hauptgebäude samt einem langgestreckten Nebengebäude errichtet” wurde, „die mit ihrer Anordnung, Raumabfolgen und Ausstattung die Nutzung als Hospiz wiederspiegeln und damit die Tradition des im 15. Jahrhundert von Peter von Osburg eingerichteten Hospizstiftes fortführen.“
Das Nebengebäude kann als „dazugehöriges Armenhaus erstmals wieder nachgewiesen werden”.
„Zum ältesten Baubestand gehört der tonnengewölbte Keller” (…), der lediglich stilistisch in das 16./17. Jahrhundert rückdatiert werden kann.

Von diesem „Armenhaus“ gab es bis dato keine einzige Erwähnung, wohl aber von einem kleinen „Nebengebäude rechts neben der Kapelle“. Eine Analyse dieser Gebäude, d. h. der einstigen Kirche, bzw. Kapelle, und des erwähnten Nebengebäudes kann nicht vorgenommen werden, das diese Gebäude bereits seit längerer Zeit in Privatbesitz sind.

Fazit: Viele der vorherigen Aussagen deuteten auf die Baufälligkeit des ursprünglichen Osburg-Hauses hin. Weshalb das Hospiz erst Jahrzehnte nach dem verheerenden Jahr 1705 neu erbaut wurde, bleibt vorerst ein Rätsel.

 1765-1766:
Die Jahresrechnung des „Grevenmacherer Spitals (Stiftung Peter von Osburg)“ liegt vor. Hospitalmeister ist zu diesem Zeitpunkt ein gewisser „Franz Bayet aus Frisingen, Altarist(1723-11.8.1776)“.

Ein Altarist ist ein Geistlicher, der lediglich Messen liest, jedoch keine weiteren pastoralen Aufgaben hat. Zitiert werden in dieser Jahresrechnung „die zu Ehr Gottes erbaute Hospitals-

Kirch“, „das Hospitals Haus sambt Zugehör und dem dabei gelegenen Ökonomie-Gebäude“, das Krankenhaus, der „Hospitals Garten sowie eine ganze Reihe von Liegenschaften. Berens vermutet, dass dieses Krankenhaus „das kleine Wohnhaus rechts neben der Kirche“ gewesen sein könnte. Es könnte sich allerdings auch um das rezent ausgemachte Armenhaus handeln.

 1794:
„Vollständig aufgehoben wurde das menschenfreundliche Institut durch die Französische Revolution im Jahre 1794“, schreibt Berens und fügt hinzu: „V on da ab erhielt das Gebäude die verschiedensten Bestimmungen zugewiesen, während die Spitalkirche zur Zeit der Sansculottenherrschaft alsDekadentempel herhalten musste.“

 Jahr VII bis Jahr IX (1798-1800):
Das große Spitalgebäude dient der Berittenen Brigade der Gendarmerie als Kaserne.

 Jahr XIII (1804-1805):
Interessant sind die zu diesem Zeitpunkt aufgelisteten Güter des Zivilhospizes, nämlich zwei Häuser und eine Kapelle, 4 Hektar 28 Ar 99 Meter Land, 1 Hektar 57 Ar 67 Meter Weinberg, 1 Hektar 29 Ar 82 Meter Garten (…). „Zweck der Stiftung war die Unterstützung der Armen der Gemeinde Grevenmacher“.

Interessant ist in diesem Bericht auch, dass als Stifter genannt werden: „Nicolas Losen, Jean Fusenich und die Familie d’Osbourg“.
Fazit: Nicht nur wahrscheinlich, sondern z. T. auch belegt ist, dass später einige Schenkungen zugunsten des Hospizes von vermögenden Grevenmacher Bürgern getätigt wurden.

 1812:
Die Spitalkirche wird dem Hüttenherrn und Bürgermeister Fabert von Berburg zum Betrieb einer Zuckerfabrik mietweise überlassen.

 1813:
Der baufällige Turm der Spitalskirche wird niedergelegt.

 1816:
An der hart mitgenommenen Immobilie muss das Hospiz Reparaturen an den beiden Gebäuden vornehmen lassen zur Aufnahme der Königlich Holländischen hier stationierten Berittenen Gendarmerie-Brigade.

 1820:
Die Verwaltungskommission willigt in einen von der Gemeindeverwaltung vorgeschlagenen Tausch ein, wodurch die Kirche und das kleine anstoßende Gebäude in den Besitz der Gemeinde übergehen, zur Einrichtung von Gemeindeschulen in der erworbenen Immobilie.

 1822:
Etwa ein Monat vor dem „großen Brand“ (November 1822), wird das immer noch von der Gendarmerie-Brigade okkupierte Gebäude des Hospizes vom Verwaltungsrat gegen Feuer versichert.

 1824:
Die Spitalkirche, die noch auf dem Urkataster, aufgestellt zwischen 1811 und 1832, eingezeichnet ist, wird in ein Schulgebäude umgewandelt. Damals wird auch das Grabmal von Peter von Osburg zerstört und verschwindet spurlos.

 1842:
In einer Deliberation wird der Verwaltungsrat des Zivilhospizes namentlich

aufgeführt.

In diesem Verwaltungsrat sind sowohl der damalige Pfarrer Burg (Gaspard), als auch der amtierende Bürgermeister Hess.

 1846/1847:
Von der Regierung wird die öffentliche Wohltätigkeit neuorganisiert, und in der Folge werden in den Gemeinden Wohltätigkeitsbüros geschaffen. Damit geht der ursprüngliche Sinn des Bürgerspitals definitiv verloren.

 1884:
Ein neuer Mietkontrakt zwischen dem Zivilhospiz und der Gemeindeverwaltung kommt zustande, gemäß welchem diese das Spitalgebäude samt Garten und Dependenzen als Schulhaus für die Mädchenschulen und als Wohnung der Schulschwestern (Schwestern der Christlichen Lehre – Doctrine Chrétienne) in Pacht nimmt.

Die Schulschwestern wohnten demnach wenigstens ab 1884 und bis 1980, also fast 100 Jahre lang, im Peter-Osburg-Haus. Ob sie von 1857, Jahr, als sie nach Grevenmacher kamen, bis 1884 bereits dort eine Bleibe hatten, ist zwar nirgendwo vermerkt, könnte aber durchaus möglich sein. Wie lange in den Räumlichkeiten des Osburg-Hauses Schule gehalten wurde, steht nicht eindeutig fest. Es könnte jedoch bis Anfang der 20er Jahre des 20. Jahrhunderts der Fall gewesen sein. Damals, 1922, wurde die neue Grevenmacher Primärschule „auf Kop(p)gewan“ eingeweiht.

 1897:
Der damalige Gemeindesekretär Jean Wagner stellt ein Inventar der Schriftstücke „zugehörend zum Bürger-Hospiz der Stadt Grevenmacher“

zusammen.

Dieses Archiv – mit Dokumenten vom Ende des 17. bis Ende des 19. Jahrhunderts – befand sich laut Berens in einem Wandschrank des Sitzungssaales des Gemeinderates der Stadt Grevenmacher, also im alten Gemeindehaus. Ob und wann dieses Archiv zerstört worden ist, steht nicht fest. Auch nicht, wo es hingekommen sein könnte. Im jetzigen Gemeindearchiv ist es jedenfalls nicht.

 1939:
Adolf Berens gibt das Buch „500 Jahre Zivilhospiz zu Grevenmacher (1439- 1939)“ als „Festschrift zum 500. Todesjahr seines Stifters“ heraus. Am Osburg- Haus wird eine Gedenktafel zur Erinnerung an Peter von Osburg angebracht.

Die Inschrift (in lateinischer Sprache) auf dieser Gedenktafel lautet auf Deutsch: „Zum Andenken an den edlen und tapferen Kriegsmann (Ritter) Peter von Osburg, Vater der Armen dieses Ortes, gestorben im Jahre des Herrn 1439 am 26. Februar. Sein Name sei gebenedeit! Im Jahre des Herrn 1939.“

 Ende der 30er Jahre:
Laut Berens entsteht zu dieser Zeit im „mäßig hohen, bis dicht an den Straßenrand vorstehenden Gebäude“ neben der Hospizkapelle der „Neubau Geschwind“, derweil die Familie Geschwind-Ewald in jenem Gebäude wohnt, das einst die Kirche war (heute Apotheke).

Wann diese beiden Gebäude, die ja 1820 von der Gemeinde Grevenmacher erworben wurden, veräußert wurden, konnte bis dato noch nicht festgestellt werden. Berens spricht ebenfalls von dem „weiten, malerischen Winkel“ im Anschluss an das Osburg-Haus und weist an einer anderen Stelle auf den zum Haus gehörenden Brunnen hin, der bis zum Anlegen der Wasserleitung (1904) als öffentlicher Wasserspender diente. Dieser Brunnen besteht immer noch.

 Nach 1980:
Das Peter-Osburg-Haus wird zeitweilig genutzt, um verschiedene Schulklassen des Lycée Technique Joseph Bech zu beherbergen. Danach steht es eine Zeitlang leer.

 1986:
Ein Mietvertrag zwischen Zivilhospiz und Gemeinde wird unterzeichnet. Im Peter-Osburg-Haus soll ein Kulturhaus entstehen.

 1990:
Nach Umbau- und Renovierungsarbeiten wird die neugeschaffene „Maacher Stadbibliothéik“ eröffnet. Sie bleibt im Haus bis 2009.
Auch die städtische Musikschule zieht in das Haus ein.

 2004:
Der renovierte Osburg-Keller wird eingeweiht. Dieser Raum wird neben dem Musikunterricht auch für Versammlungen und Ausstellungen genutzt.

 2004:
Ein weiterer Mietvertrag zwischen dem Zivilhospiz und der Stadtverwaltung Grevenmacher wird unterzeichnet.

 2009:
Nach dem Auszug der Stadtbibliothek nimmt die EMMG (heute ERMG) das gesamte Osburg-Haus für sich ein.

 2011:
Der zum Osburg-Haus gehörende Garten wird umgestaltet und bekommt einen behindertengerechten Zugang. Dieser Garten wird mehrmals für Ausstellungen im Rahmen von „Maacher Oart“ genutzt.

 2015:
In einem Raum im ersten Stockwerk fällt die Decke ein (14. August), und das Osburg-Haus kann vorläufig nicht mehr von der Musikschule genutzt werden.

 2015 (24. Oktober):
Zivilhospiz und Gemeinde stellen beim Kulturministerium den Antrag, das Osburg-Haus samt Garten auf die Liste der „Monuments classés“ aufzunehmen.
In der Sitzung vom 23. Oktober 2015 heißt der Grevenmacher Gemeinderat diesen Antrag gut. Am 21. Juni 2017 werden Gebäude und Garten definitiv auf die Liste der Nationalmonumente aufgenommen.

 2016 (21. März):
Die „Commission des Sites et Monuments nationaux“ gibt ein positives

Gutachten betr. den gestellten Antrag ab. (Bis dato wurde dieses Gutachten der Stadt Grevenmacher nicht mitgeteilt.)

 2016:
Erste Pläne für eine fachgerechte Renovierung und Umgestaltung des Peter-Osburg-Hauses werden vom Architektenbüro WeB aus Grevenmacher vorgelegt (Februar 2016).

Diese Pläne werden nach Rücksprache mit den Verwaltungsratsmitgliedern des Zivilhospizes sowie den Verantwortlichen von Musikschule und Überwachungskommission und Mme Michèle Majerus, Conservatrice (Patrimoines rural et urbain) beim Service des Sites et Monuments nationaux, in leicht abgeänderter Form am 1. Juli 2016 bei der genannten staatlichen Dienststelle zwecks Begutachtung eingereicht.

Am 21. Oktober 2016 gibt die „Commission des Sites et Monuments nationaux“ ein negatives Gutachten, u. a. mit der Begründung, dass vornehmlich der aus Glas bestehende Neubau, der die historische Annexe (Armenhaus) z. T. überragt, zu massiv sei.
Am 24. Oktober 2016 empfängt Staatssekretär Guy Arendt (Kultur) eine Delegation aus Grevenmacher, bestehend aus Mitgliedern des Schöffenrates, des Zivilhospizes und der regionalen Musikschule.

Am 4. November machen der Staatssekretär und seine Mitarbeiter sowie weitere Experten um Mme Michèle Majerus einen Besuch vor Ort, um sich dort ein genaues Bild von der Lage zu machen.
Mittlerweile (Anfang November 2016) hat auch Diplom-Restaurator Thomas Lutgen sowohl die bauhistorische und restauratorische Untersuchung (siehe 1751/52!) als auch die

Untersuchung der Konstruktionshölzer auf Schäden durch holzzerstörende Insekten und Pilze fertiggestellt.

 2017 (24. Januar):
In der Sitzung vum 24. Januar 2017 empfiehlt der Staatsrat dem Regierungsrat per Erlass, dass Osburg-Haus und Osburg-Garten auf die Liste der national geschützten Monumente aufgenommen werden.

 2017 (02. Februar):
Staatssekretär Guy Arendt erteilt ein positives Gutachten betr. das am 7. Juli 2016 abgeänderte Vorprojekt zwecks Umänderung und Vergrößerung des Osburg-Hauses.

 2017 (17. Februar):
In der Gemeinderatssitzung wird das Vorprojekt vom Architektenbüro WeB vorgestellt und einstimmig gutgeheißen.

 2017 (03. Mai):
Das definitive Projekt sowie der vom Architektenbüro WeB aufgestellte Kostenvoranschlag in Höhe von 4.992.832,11 € werden vom Gemeinderat gutgeheißen.

 2017 (21. Juni):
Im Regierungsrat wird das Osburg-Haus samt Garten endgültig auf die Liste der national geschützten Monumente aufgenommen.

Zusammenstellung: Monique Hermes, Kulturschöffin, 09.11.2016

Update: November 2017, Juli 2018 und Januar 2019

Quellenangabe:

  •   Jean-François Pierret: „Essay sur l’histoire du Duché de Luxembourg et Comté de Chiny“, (17e/18e siècle), Manuscrit, Archives Nationales, Luxembourg.
  •   Auguste Neyen: Biographie Luxembourgeoise. Histoire des hommes distingués originaires de ce pays considéré à l’époque de sa plus grande étendue ou qui se sont rendus remarquables pendant le séjour qu’ils y ont fait. (Band II).
  •   Ph. Knaff: „Geschichtliche Abhandlung über die Stadt und ehemalige Festung und Landrichterei Grevenmacher“, Luxemburg, 1867.
  •   Nicolas Ries: Notre Moselle. Grevenmacher et ses environs. Les Cahiers Luxembourgeois, 1/1940.
  •   Adolf Berens: „500 Jahre Zivilhospiz zu Grevenmacher“ (1439-1939), Festschrift zum 500. Todestag seines Stifters, 1939, Grevenmacher.
  •   Jos. Hurt: Grevenmacher. Einer Moselstadt geschichtliches Werden und Wachsen. Band II. Von 1400-1617. Unveröffentlichte Kartularchronik, Gemeindearchiv Grevenmacher.

Arbeiten, die seit 1984 im und am Peter-Osburg-Haus getätigt wurden:

A) Arbeiten, die vom Zivilhospiz durchgeführt wurden:

1984: Erneuerung der Fassade.
1994: Erneuerung der Fenster zur Trierer Straße.
1995: Erneuerung der Fenster zur Hofseite.
2004: Einrichten des Osburg-Kellers.
2009: Erneuerung des Daches über Garage und Abstellraum. 2011: Erneuerung des Daches über dem Hauptgebäude.

B) Arbeiten, die von der Gemeinde durchgeführt wurden:

1987-1996: Einrichtung (und Umbau) des Osburg-Hauses als Kulturhaus und Stadtbibliothek sowie als städtische Musikschule.
2003-2004: Umbau der Wohnung im 2. Stockwerk für den Bedarf der städtischen Musikschule.

Zusammenstellung: André Haas, Gemeindeeinnehmer sowie Sekretär und Schatzmeister des Zivilhospizes, 08.11.2016

Blick auf das Hauptgebäude des Peter-Osburg-Hauses
mit Keller und Brunnen im historischen Zentrum von Grevenmacher. (Foto: Camille Nies)

page9image1578711088 page9image1578711376

%s

Vous devez être connecté pour poster un commentaire.