Moselstadt Hurt 1

An d’Gemengenarchive geluusst (IX)

Grevenmacher. Einer Moselstadt geschichtliches Werden und Wachsen. (I)

Ein bedeutender Sohn der Stadt Grevenmacher, der Geistliche und Historiker Joseph (Jos) Hurt (1892-1962), hat seiner Heimatortschaft viele Werke und Dokumente von unschätzbarem Wert hinterlassen. Dazu zählt der bis dato vollständigste Überblick über das Herzstück des Moselstädtchens: „Der Kreuzerberg und seine Geschichte“ (1956).

Dazu zählt ebenfalls die weniger bekannte, dreiteilige, gebundene Kartular- Chronik mit dem Titel: „Grevenmacher. Einer Moselstadt geschichtliches Werden und Wachsen“. Die sechs Bände, die insgesamt 1.311 Seiten umfassen, in welche zahlreiche lose Blätter eingeschoben wurden, gehören zur „réserve précieuse“ des Grevenmacher Gemeindearchivs.

Geschichtliche Dokumente, Urkunden, Auszüge aus Archiven und Büchern, Briefe, selbstverfasste Beiträge, Anekdoten, Zeitungsausschnitte, Stammbäume sowie Pläne, Zeichnungen und Fotos betreffend Grevenmacher von den Anfängen bis 1400, von 1400 bis 1617 und schließlich von 1618 bis 1795, respektive bis 1800, sind einerseits streng chronologisch geordnet und stellen andererseits die Geschichte und Geschicke der Moselstadt im Wandel und Wechsel der Jahrhunderte in den Rahmen der großen Weltgeschehnisse dar und vermitteln somit einen Gesamtüberblick.

Zeichnung von Jos. Hurt, betreffend das erste Stadtsiegel von Grevenmacher (14. Jahrhundert)

Hurt selbst schreibt in den „Worten zum Geleit“: „Mit einem Haufen urkundlicher Angaben vermag der Leser nicht viel anzufangen, wenn die Urkunden oder Auszüge nicht in Verbindung zueinander gesetzt werden.“ Sieben Jahre habe er an dieser Sammlung gearbeitet, darunter die Kriegsjahre 1939-1944, unterstreicht der Autor in der Einleitung, nach der Widmung an seine „liebe Heimatstadt Grevenmacher“, die an dieser Stelle zitiert werden soll:

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„Es liegt ein Städtlein im Moselland, / Von vielen geliebt, von vielen gekannt, / Umgeben von Reben im Blütenduft / Und herrlichem Wald mit würziger Luft. / Da rauscht Mosella ihr silbernes Lied, / Ein Lied von uraltem Gemüt, / Das Widerhall weckt in des Volkes Brust / In Arbeit und Frohsinn und Sangeslust.“

Die 6 Bände umfassende Kartular-Chronik von Jos. Hurt (Foto: Archiv Jean Welter)

Wir werden uns auch in den nächsten Folgen dieser Rubrik mit der besonderen Kartular-Chronik von Jos. Hurt befassen. Heute sei lediglich noch darauf hingewiesen, dass das Werk 1987 in der kulturellen Beilage „Die Warte“ im „Luxemburger Wort“ in sechs illustrierten Folgen vorgestellt wurde, dass am 7. Dezember 1992 ein Vortrag mit dem Titel „Gréiwemaacher erënnert sech – Jos. Hurt (1892-1962)“, verbunden mit einer von Jean Welter zusammengestellten Ausstellung, im Grevenmacher Sport- und Kulturzentrum stattfand und dass in der Gemeinderatssitzung vom 26. Mai 1995 die „rue Jos. Hurt“ zur Erinnerung an den bedeutenden Grevenmacher Bürger gestimmt wurde.

Monique Hermes

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