Maacher Bërger fréier

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Gemengenarchiven XLIII

“Maacher Bërger vu fréier” in Text und Bild Ein informativer Katalog und zwei Fotoalben

Dass der Grevenmacher Foto-Club “Flash” an der Wiege von “Maacher Oart” (früher “Aux 4 coins de Grevenmacher”) stand, dürfte wohl jedem bekannt sein. Bereits zu Zeiten der vom Festkomitee organisierten, traditionellen Osterausstellung warteten die rührigen Mitglieder des 1976 gegründeten Clubs mit Eigenkreationen und Retrospektiven betr. Grevenmacher Themen auf.

So auch vor 25 Jahren, Ostern 1992, als das Thema lautete: „Maacher Bërger vu fréier”. In den Gemeindearchiven befinden sich ein Katalog zu dieser Retrospektive, mit Kurzbiografien von Jean Welter derweil Carlo Krier für den Satz verantwortlich zeichnete, sowie zwei Fotoalben, in welchen alle „Maacher Bërger vu fréier” verewigt sind.

Die Titelseite des Katalogs „Maacher Bërger vu fréier“ für Retrospektive von 1992.

Die 65 Kurzbiographien im Katalog in alphabetischer Reihenfolge reichen von Staatsarchitekt Karl Arendt (1825-1910), einst Distriktsarchitekt in Grevenmacher, bis zum renommierten Wissenschaftler Gerhard Wolf- Heidegger (1910-1986), dessen Vater, Dr. Silvain Wolf, aus Grevenmacher stammte. Mit Marguerite Séraphine Pescatore-Beving (1818-1873), welche die Niederlassung der Franziskanerinnen in Grevenmacher ermöglichte, schaffte lediglich eine einzige Frau den Sprung in Retrospektive und Katalog.

Aus der aufschlussreichen Veröffentlichung geht hervor, dass von den 65 aufgelisteten Personen deren 31 ebenfalls in Grevenmacher geboren waren. Ihnen soll hier ein besonderes Augenmerk gelten.

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Hier geboren wurden: Der Lehrer und Schriftsteller Adolf Berens (1880-1956), der Bäcker, Winzer und Bürgermeister Jean-Pierre Bettinger (1843-1932), der Bäcker, Feuerwehrkommandant und Instruktor Jean-Pierre Braun (1860-1938), der Echternacher Dechant, Domkapitular und Mathematiker Isidor-Bernard Clasen (1829-1902), der Distriktskommissar und Feuilletonist Jos Faber (1887- 1960), der Gründer der Grevenmacher Winzergenossenschaft und Zeitungsverleger Paul Faber (1888-1954), der Lehrer, Schulinspektor und Schulbuchautor Antoine Godart (1817-1876), der Professor, Domherr und Dompropst Bernard Haal (1832-1913), der Lokalhistoriker, Abbé Joseph Hurt (1892-1962) sowie der Händler und Bürgermeister Joseph Keiffer (1840-1914).

Des Weiteren erblickten das Licht der Welt in Grevenmacher: Der Ingenieur Albert Knaff (1859-1935), der Arzt, Schulinspektor und Bürgermeister Jean- Baptiste Knaff (1808-1882), der Händler (und Bürgermeister?) Jean-Baptiste Knaff (1823-1873), der Beamte und Historiker Karl Joseph Philipp Knaff (1882-1889), der Chef-Redakteur des „Luxemburger Wort“, Karl Lessel (1877- 1957), der Kaufmann, Friedensrichter und Bürgermeister Pierre Lessel-Ritter (1791-1870), der Geistliche und renommierte Kirchenhistoriker Joseph Lortz (1887-1975), der Postbeamte, Dichter und Komponist Victor Merten (1906- 1968) und der Lehrer und Buchautor Peter Olinger (1860-1934).

Ebenfalls in der Moselmetropole zur Welt kamen: Der Rat und Schöffe Mathis Prost (1854-1919), Namensgeber „seiner“ Firma, der Firmenchef und Bürgermeister Victor Prost (1891-1959), der Notar, Bürgermeister und Deputierte Joseph Ritter (1796-1864), der spätere Dominikanerpater Johann Baptist Scheer (1830-1907/8), Mitverantwortlicher für die Überarbeitung des kirchlichen Index der verbotenen Bücher und Schriften, der Eigentümer, Distriktskommissar, Bürgermeister und Deputierte Victor Schoren (1820/25- 1882), der legendäre Spielmann Mathias Schou („de blannen Theis“) (1747- 1824), der Maler, Schriftsteller und Weltenbummler Frantz Seimetz (1858- 1934), der Chemiker, Zoologe und Naturwissenschaftler Robert Stumper (1895- 1977), der Arzt und Bürgermeister Anton Wagner (1885-1946), der Schreinermeister und Bürgermeister Théodore Waldbillig („Lampesch Ditt“) (1826-1905), der Lehrer und Schriftsteller Nicolas Wampach (1880-1950) und der Drehorgelspieler Georges Weyer („de Georgely) (1848-1924).

Wenn man bedenkt, dass den Autoren dieses Katalogs zum Zeitpunkt der Ausstellung (1995) nicht die heutigen Informationsquellen zur Verfügung standen, so kann man sich vorstellen, welche Sisyphusarbeit eine solche Retrospektive damals darstellte. Dieser Leistung soll hier Ehre gezollt werden. Genau wie jenen Grevenmacher Bürgern, die den Namen der Moselmetropole weit über deren Grenzen hinaus bekannt machten und die bei „Maacher Oart 2017“ nochmals „aufleben“ werden.

Monique Hermes

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