Litho Heldenstein

An d’Gemengenarchive geluusst (V – 9/2012)

Grevenmacher: Eine Lithographie von Franz Heldenstein (1850)

Das Original, das für dieses Faksimile verwendet wurde, befindet sich im Nationalmuseum für Geschichte und Kunst (MNHA) in Luxemburg. „Das Bild ist ein einzigartiges Dokument von seltener Schönheit und von großer Präzision“ (J. Welter). Es stellt die Stadt Grevenmacher um das Jahr 1850 dar – mit der Mosel, dem imposanten Kirchturm, einst Wacht- und Wehrturm, und der legendären Kreuzkapelle im Blickpunkt.

Franz Heldenstein, geboren 1820 in Luxemburg, hat die Zeichnung gemalt. Er wirkte von 1846 bis 1860 als Apotheker in Grevenmacher. Später übernahm er eine Apotheke in der Stadt Luxemburg.
Als Maler stand Heldenstein unter dem Einfluss des bekannten Luxemburger Portrait- und Landschaftsmalers Jean-Baptiste Fresez (1800-1867), mit dem er zudem verwandt war. Heldenstein malte vornehmlich Landschaften, Theaterdekorationen für die „Gym“ – dieser Turnverein machte sich durch die Aufführung von Operetten unseres Nationaldichters Edmond de la Fontaine (Dicks) (1823-1891) einen Namen – sowie zehn Luxemburger Schlösser im Großformat. Diese Kohlezeichnungen waren ein Auftrag von König-Großherzog Wilhelm III. (1817-1890). Sie befanden sich zuerst auf Schloss Colmar-Berg, dem Luxemburger Wohnsitz des König-Großherzogs, bevor dieser sie mit nach Holland nahm. Diese Tatsache weist auf die Bedeutung sowie auf den Bekanntheitsgrad von Heldenstein hin. Heute sind die Bilder wieder in Luxemburg. Großherzog Jean und Großherzogin Joséphine-Charlotte bekamen sie im Jahre 1968 anlässlich eines Staatsbesuches in den Niederlanden als Gastgeschenk überreicht.

Franz Heldenstein starb am 2. Juni 1907 in Luxemburg. Im Oktober desselben Jahres organisierten seine Freunde des „Cercle Artistique“, dessen Mitbegründer und Präsident er war, eine Ausstellung mit dem Werken des Malers.
Das Faksimile der Lithographie von Grevenmacher kam im Dezember 1985 auf Bestreben der damaligen Kulturkommission heraus. Als Geschenk für Freunde unseres Moselstädtchens sollte und soll es eine bleibende Erinnerung darstellen.

Monique Hermes

page1image1561686560

%s

Vous devez être connecté pour poster un commentaire.