Kreuzerberg Hurt

An d’Gemengenarchive geluusst XLVIII

Der Kreuzerberg und seine Geschichte: Ein bemerkenswertes Werk

1956 gab die Stadt Grevenmacher anlässlich der Erhebung von Kreuzkapelle und Kreuzerberg zur Totengedenkstätte der Moselmetropole ein bemerkenswertes Werk mit dem Titel: „Der Kreuzerberg und seine Geschichte“ heraus. Verantwortlich für die 102 Seiten starke Broschüre zeichnete Stadt Grevenmacher. Federführend war der Geistliche und Historiker Jos. Hurt (1892-1962), dem Grevenmacher äußerst zahlreiche historische Dokumente verdankt.

Die Autoritäten auf dem Weg zu den Einweihungsfeierlicheiten der Kreuzkapelle im Jahre 1956. (Foto: Gemeindearchiv Grevenmacher)

Der Erstauflage des Buches, dessen Preis 40 Fr. betrug, war ein derartiger Erfolg beschieden, dass bereits 1957 eine zweite Auflage folgte. Der damalige Bürgermeister Victor Prost (1891-1959) schrieb im Werbeblatt für die zweite Auflage: „Das Buch stellt einen wertvollen Beitrag zur Geschichte des alten Moselstädtchens und darüber hinaus unserer Luxemburger Heimat dar. Seine Anschaffung lohnt sich für alle, denen die Geschicke unserer Heimat am Herzen liegen.“

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Auch in der Presse wurde dem Werk gehuldigt, das 17 Illustrationen enthält, darunter eine farbige Reproduktion eines Aquarells des Moselmalers Jean- Pierre Beckius (1899-1946), das die Stadt Grevenmacher Großherzogin Charlotte im Jahre 1939 schenkte. Die Landesfürstin beehrte das Moselstädtchen damals anlässlich der Unabhängigkeitsfeiern mit ihrem Besuch.

Die Titelseite des Werkes von Jos. Hurt: „Der Kreuzerberg und seine Geschichte“ (1956 + 1957).

Die Arbeit „ist eine Leistung, die mehr als nur lokales Interesse beansprucht, gehört doch das einzigschöne Moseltal dem ganzen Luxemburger Land und ist die Kapelle hineingestellt in die weltweite Perspektive einer vieltausendjährigen Geschichte, die von Rom her dieses Tal gestaltet und verwaltet hat“, konnte man am 2. Januar 1957 in „Die Warte“ (Luxemburger Wort) lesen. Auch die Presseorgane „Escher Tageblatt“, „Letzeburger Journal“ und Radio Luxemburg waren voll des Lobes über ein Buch, in dem in mehreren Kapiteln die Geschichte und die Geschicke des von Kreuzerberg und Kreuzkapelle beleuchtet werden, nämlich:

– Der Kreuzerberg im Kranz der Heiligen Berge – Das Kreuz und seine Legende – Der Kreuzweg und seine Aufstellung – Die Kreuzkapelle und ihre Geschichte – Die Kreuzbruderschaft – Die Kreuzreliquie“ sowie „Der Berg als Denkmal“ mit einem beeindruckenden Vorwort von Minister Pierre Frieden (1892-1959), mit dem Wesen und Werden des „Monument aux Morts“ sowie den Berichten über die feierliche Einweihung am 15. Juli 1956.

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Das umfassende Werk dürfte auch heute noch in so manchen Grevenmacher Bibliotheken und darüber hinaus aufbewahrt und wie ein kostbarer Schatz gehütet werden.

Viel hat sich in den vergangenen Jahren getan um die schmucke Kapelle auf dem Berg, ganz besonders auch durch den Einsatz der Lokalsektion von „Ons Jongen“, zusammen mit den Gemeindeverantwortlichen. Das Gotteshaus selbst ist mehrmals renoviert worden, die Plattform wurde erneuert, der Weg und die Kreuzwegstationen wurden ausgebessert, ein gediegener Stein und ein beredtes Monument am Fuß des Berges auf dem „Square Ons Jongen“ kamen hinzu.

Für die „Journée Ons Jongen 2017“ erstrahlte die Kreuzkapelle in neuem Glanz. (Foto: Alain Goedert)

Als am 27. Oktober 2015 dieser offizielle Bescheid vom „Service des sites et monuments nationaux“ kam: «J’ai l’honneur de vous faire parvenir en annexe à la présente une copie de l’arrêté du Conseil de Gouvernement (du 14 octobre 2015) portant classement comme monument national de l’ensemble formé par la chapelle Sainte-Croix («Kräizkapell») avec son mobilier, inscrite au cadastre de la commune de Grevenmacher, section B des Bois, sous le numéro 68, et l’escalier avec le Chemin de Croix y menant, appartenant à la Ville de Grevenmacher», wären alle „Kämpfer der ersten Stunde“ und alle verstorbenen Freunde von Kreuzkapelle und Kreuzerberg, wahrscheinlich äußerst stolz gewesen, hätten sie diese „Sternstunde“ miterlebt…

Würde das Werk „Der Kreuzerberg und seine Geschichte“ heute neu aufgelegt, so müsste all diesen Fakten Rechnung getragen werden. Auch die Aussage betreffend die Jahreszahl 1737 auf dem Kopfstein der Eingangstür: „Das ist der Beweis dafür, dass die Kapelle in dem Jahre in ihrer heutigen Gestalt erbaut oder vergrößert wurde (…)“ (S. 50), könnte nun vervollständigt werden. Dipl. Restaurator Thomas Lutgen hat nämlich am 7. November 2016 bei der von der

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Gemeinde Grevenmacher in Auftrag gegebenen restauratorischen und bauhistorischen Untersuchung festgestellt: „Der Bau setzte sich wohl zunächst nur aus einem polygonalen Außenbau zusammen, der ehemals eine Kalvariengruppe beherbergte. (Hier beruft Lutgen sich auf das zitierte Werk von Hurt.) Im Zuge einer Erweiterung wurde im Jahr 1737 an diesen Vorgängerbau ein Kirchenschiff angefügt. Die neue Westfassade erhielt ein Rundbogenportal mit doppelflügeliger Holztür . Der Schlussstein trägt die Jahreszahl 1737. Über der neuen Westfassade erstreckt sich ein kleinerGlockenturm der sich, wenn auch überarbeitet, bis heute erhalten hat.“

Das massive steinerne Kreuz über dem Hochaltar gab dem Gotteshaus seinen Namen. (Foto: Monique Hermes)

Wie dem auch sei. Das umfassende Werk „Der Kreuzerberg und seine Geschichte“, das vor Jahrzehnten herauskam, behält seinen hohen Stellenwert und ist ein äußerst wertvoller Beitrag zur spannenden Geschichte des Moselstädtchens. Und diese reiche Geschichte ist noch nicht fertiggeschrieben!

Monique Hermes

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