Kondschafter

„An d’Gemengenarchive geluusst“ (III – 7/2012)

Die „Kondschafter“ laden ein

Man kennt sie, die beiden sympathischen Wanderer mit ihrer überdimensionalen Traube, die von Dorf zu Dorf durch die Weinberge über dem Moseltal schreiten und einladen – diesmal wohl zum 63. Grevenmacher Trauben- und Weinfest am 7., 8. und 9. September.

Das Original, ein stimmungsvolles Aquarell, wurde von dem aus Mertert stammenden Moselmaler Jean-Pierre Beckius (1899-1946) auf Papier gebannt und gehört, wie manches weitere Werk dieses begnadeten Künstlers, der Stadt Grevenmacher.

„Nach dem Remicher Nico Klopp ist J.-P. Beckius, mit Abstand, der wertvollste Gestalter unserer Mosellandschaft“, schreibt Martin Gerges (1919-2000) in der „Monographie J.-P. Beckius“, die 1977 in der Reihe der „Publications Mosellanes“ herauskam. Und weiter heißt es: „J.-P. Beckius liebte die ‚alte‘ Mosel abgöttisch. (…) Das Beste seiner Kunst verdankte und schenkte er seiner Moselheimat und ihren Menschen.“

Zu dieser „Moselheimat“ gehörte auch die Moselmetropole Grevenmacher, zu der Beckius enge Kontakte pflegte. Ein Aquarell, die Grevenmacher Kirche (1926) darstellend, ein weiteres, auf dem ein malerischer Treidelpfad (1926) samt Pferden und Schiff abgebildet ist sowie ein Ölgemälde mit dem trutzigen Kirchturm (1924), nennt die Grevenmacher Gemeindeverwaltung ihr Eigen. Letzteres wurde kürzlich restauriert und bekam einen Ehrenplatz im Grevenmacher Stadthaus.

Hinzu kommen unzählige wertvolle Plakate, die für diverse Gelegenheiten, wie Weinmarkt, Osterausstellung, „Landwûol-Fest“, entworfen wurden. Darauf sind bekannte Motive zu sehen: der Hottenträger, die Kundschafter, der Kutscher, der auf seinem Pferdegespann ein Weinfass mit sich führt, Bürger, die ihre Weinkrüge füllen… Diese Motive haben Beckius „unsterblich“ gemacht, denn sie wurden auch nach seinem Tod noch gern verwendet, etwa um den 25. Oder gar den 50. Weinmarkt anzukündigen oder als Titelbild für Veröffentlichungen bei lokalen Festivitäten.

Dass Beckius „zu den besten Luxemburger Künstlern gezählt wird“, wie es in der bereits zitierten Monographie heißt, darauf darf nicht nur seine Heimatortschaft Mertert sondern auch das benachbarte Grevenmacher stolz sein.

Monique Hermes

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