Guide pédagogique 1924

An d’Gemengenarchive geluusst (IV – 8/2012)
„Le Guide – Conférence pédagogique Grevenmacher 1924“

Nicht aus unserem Gemeindearchiv, sondern aus meinem Privatarchiv, stammt das Schriftstück, in welches wir diesmal – aus aktuellem Anlass – einen Blick werfen wollen. Es handelt sich um ein Werk mit dem Titel „Le Guide – Conférence Pédagogique Grevenmacher 1924“, zusammengestellt vom damaligen Schulinspektor Arthur Hary.

Arthur Hary (geb. 1892 in Altlinster, gest. 1925 in Grevenmacher), wurde 1923 Schulinspektor im Bezirk Grevenmacher. Nicht nur als Lehrer, sondern auch als Autor von Schul- und Kinderzeitungen sowie Jahrbüchern für Kinder, hatte er sich bis dahin bereits landesweit einen Namen gemacht. 1923 hatte Hary ein Schulbuch mit dem Titel „Le Guide – Worte und Wege der Tat“ herausgegeben, das „neue Wege im Unterricht“ eröffnete, wie es im „Luxemburger Autorenlexikon“ heißt.

Im Vorwort zum 1924er Werk, das dem damaligen „directeur général de l’instruction publique“ Joseph Bech gewidmet ist, schreibt der Herausgeber: „Was auf dem Acker Eurer Seele reifte, habt Ihr vertrauensvoll in meine Hand gegeben, dass ich den vollen Garbe binde. Und da ich sichtend saß und las, kam hohe Freude über mich. Meine ganze neue Schulheimat seh‘ ich im Bilde Eurer Arbeit: (…).“

Es handelt sich bei diesem hektographierten illustrierten „Guide“ nicht um ein Lehrbuch, sondern um eine Zusammentragung verschiedener Aufsätze von Lehrpersonen aus dem damals fünften Inspektionsbezirk.

Im gedruckten Index („Nachschau“), der in die fünf Teile „Bodenständiger Unterricht (A. Anschauungsunterricht, B. Heimatliche Erdkunde), Sprachunterricht, Rechnen, Technische Arbeit, Der Unterricht der „Anormalen“, aufgegliedert ist, sind die jeweiligen Beiträge mit ihrem Verfasser, samt und sonder Lehrer aus dem Bezirk von Arthur Hary, aufgelistet. Einige Beispiele seien zitiert: „Der Grauenstein. Material zu einer heimatlichen Unterrichtsstunde“, stammt aus der Feder von Gustav Krier , Lehrer in Manternach. Weiteres Material zu heimatkundlichem Unterricht bietet „Das St. Nikolausbild zu Ehnen“, von Jean de Waha, Lehrer in Wormeldingen. Mit demThema „Arbeitsgemäßer Leseunterricht“ wartet Aloyse Muller , Lehrer in Grevenmacher, auf. „Vom fröhlichen Aufsatz“ berichtet Henri Turpel, Lehrer in Canach, mit „Proben und Anregungen“. Über „Illustrierte Schülerhefte“ schreibt Jean Vesque, Lehrer in Wellenstein, derweil Pierre Schilling, Lehrer in Osweiler, „Das Taktschreiben“ kommentiert. Mathias Besenius, Lehrer in Berburg, berichtet ausführlich über „Die Blindenanstalt von Berburg: a. Geschichtliches der Anstalt. b. Entwicklung des Blindenunterrichtes. c. Methode und Unterricht. d. Erfolge.“

Rätsel und Lieder sowie Zeichnungen – etwa des „Schulpalastes“ von Grevenmacher; er war erst wenige Jahre alt – sowie einige Fotos, lockern das Ganze auf. Leider hat der Zahn der Zeit bereits am Werk genagt: Verschiedene hektographierte Seiten sind fast nicht mehr lesbar…

Monique Hermes

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