Ferraris-Karte

„An d’Gemengenarchive geluusst“ (II – 6/2012)

Die Ferraris-Karte von „Grevenmacheren“

Der österreichische Generalleutnant Joseph Johann Graf von Ferraris (1726-1814), erstellte in den Jahren 1771 bis 1777 zu militärischen Zwecken ein topographisches Kartenwerk der österreichischen Niederlande, zu denen damals auch das Herzogtum Luxemburg sowie das Fürstbistum Lüttich gehörten. Den Auftrag dazu hatten Kaiserin Maria Theresia und Kaiser Franz II. ihrem Feldmarschall erteilt.

Die 275 handkolorierten Blätter im Maßstab 1:11.520 sind etwa 85 cm x 135 cm groß und wurden durch 12 Bände mit militärischen und wirtschaftlichen Kommentaren ergänzt. Besonderer Wert wurde bei diesem wichtigen Kartenwerk auf die Darstellung der Verkehrswege gelegt.

1777 und 1778 erschien eine 25 Blätter umfassende Fassung im Maßstab 1:86.400, die für die Öffentlichkeit bestimmt war.
Je eines der drei handgefertigten Exemplare der Originalkarte befindet sich heute in Österreich, in den Niederlanden sowie in Belgien, nämlich in der „Bibliothèque royale de Belgique“.

1965 veröffentlichten die „Bibliothèque royale de Belgique“ und die „Editions Pro Civitate, Bruxelles“ zusammen mit dem „Crédit communal de Belgique“ verkleinerte Reproduktionen der „Ferraris-Karte“ und zwar im Maßstab: 1:25.000.

Eine der Reproduktionen der „Carte de Cabinet des Pays-Bas autrichiens et de la Principauté de Liège“, ein vierteiliges Blatt mit der Nummer 257, auf dem „Grevenmacheren“ und Umgebung dargestellt sind, befindet sich in den Grevenmacher Gemeindearchiven.

Äußerst interessant ist die beigefügte „Legende“, die, zusätzlich zur Karte an sich, Aufschluss gibt über die landschaftliche und siedlungshistorische Situation der Moselortschaft samt ihrer Umgebung gegen Ende des 18. Jahrhunderts.

Die Ferraris-Karte ist mittlerweile auch im Internet einzusehen unter www.ngi.be und weiter. Monique Hermes

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