{"id":35987,"date":"2022-05-18T08:06:14","date_gmt":"2022-05-18T06:06:14","guid":{"rendered":"https:\/\/grevenmacher.lu\/einst-rathaus-heute-stadtbibliothek\/"},"modified":"2024-08-20T11:39:37","modified_gmt":"2024-08-20T09:39:37","slug":"einst-rathaus-heute-stadtbibliothek","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/grevenmacher.lu\/de\/einst-rathaus-heute-stadtbibliothek\/","title":{"rendered":"Einst Rathaus, heute Stadtbibliothek"},"content":{"rendered":"<div class=\"wpb-content-wrapper\"><p>[vc_row equal_height=&#8220;yes&#8220; content_placement=&#8220;middle&#8220; css=&#8220;.vc_custom_1652853602239{margin-bottom: 60px !important;}&#8220;][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_column_text]Um das \u201ealte\u201c Stadthaus im Herzen der Moselmetropole soll es hie gehen. Angenommen wird, dass es <strong>nicht das erste Rathaus<\/strong> war, das <strong>an dieser Stelle<\/strong> stand. In seiner unver\u00f6ffentlichten Kartular-Chronik weist Joseph Hurt <strong>ab 1637<\/strong> mehrmals auf eine Notiz betreffend das Stadthaus hin. So hei\u00dft es 1637: <em>\u201eBey dem Statthauss\u201c<\/em>, derweil 1681 <em>\u201edie Schull im Statthauss\u201c<\/em> erw\u00e4hnt wird.[\/vc_column_text][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_single_image image=&#8220;35956&#8243; img_size=&#8220;full&#8220; add_caption=&#8220;yes&#8220; onclick=&#8220;link_image&#8220;][\/vc_column][\/vc_row][vc_row equal_height=&#8220;yes&#8220; content_placement=&#8220;middle&#8220; css=&#8220;.vc_custom_1652853602239{margin-bottom: 60px !important;}&#8220;][vc_column][vc_column_text]Die pittoreske Beschreibung, mit der Hurt alsdann aufwartet, soll hier keineswegs vorenthalten werden:<\/p>\n<p><em>Der Ursprung unseres Stadthauses liegt im Dunkel der Vergangenheit. Mit der Freiung <\/em>(Anm.: mit dem Freiheitsbrief)<em> wurde 1252 in der Neusiedlung Grevenmacher gewiss ein erstes Stadthaus errichtet. Wie oft wohl seither an demselben ver\u00e4ndert und gebaut worden ist, entzieht sich unserer Kenntnis. So, wie wir es etwa 1500 bis 1600 in den Akten finden, besa\u00df es einen Vorbau, der auf massiven Mauerst\u00fctzen oder Pfeilern stand, die in denselben \u201eSteilen\u201c genannt werden. (\u2026)<\/em><\/p>\n<p><em>Das Stadthaus repr\u00e4sentierte die Selbst\u00e4ndigkeit der B\u00fcrgergemeinde, es war ihr Stolz. Hier im Rathaus und um dasselbe flutete das kleinst\u00e4dtische Leben in seiner ganzen Buntheit. Um dasselbe der Markt, der besonders an Markttagen ein abwechslungsreiches Bild bot. Und in demselben die vielgestaltige Verwaltung der Stadt. Hier tagten die Richter und Sch\u00f6ffen im Stadtgericht, hier hatte der vereidigte Stadtschreiber seine Amtsstube, wo die Akten aufgenommen wurden, hier kamen B\u00fcrgermeister und Parteimeister zusammen, um \u00fcber Stadt und Bann, Wald und Weide, Wege und Wasser zu befinden, hier versammelten sich die Z\u00fcnfte zu Rat und Tat, zu Lust und Lehr, hier wurden \u201enach getanem Glockenzeichen\u201c die Gemeindeversammlungen abgehalten, wenn dieselben wegen ung\u00fcnstiger Witterung nicht auf dem offenen Marktplatz stattfinden konnten, hier waren die Stadtma\u00dfe und Stadtgewichte, Stadtwage und Stadtsester <\/em>(Anm.: Ein altes Hohlma\u00df f\u00fcr Getreide und Fl\u00fcssigkeiten) <em>untergebracht, hier wurden j\u00e4hrlich Richter, B\u00fcrgermeister und Parteienmeister <\/em>(Anm.: Die Vorsteher der verschiedenen Stadtviertel) <em>gew\u00e4hlt, hier befand sich auch der Stadtsaal, in dem die Feiern und die Fest- und Sch\u00f6ffenessen stattfanden, hier befand sich auch lange Zeit die einzige Stadtschule. Im Stadthaus oder vielleicht eher noch im gegen\u00fcberliegenden Stadtturm, wo auch das Stadtgef\u00e4ngnis war, war auch die Folterkammer untergebracht, von der in manchen Akten die Rede geht: 1628 wird eine Tortur erw\u00e4hnt, (\u2026), 1692 lesen wir vom Henker.<\/em><\/p>\n<p><strong><em>In seiner jetzigen Form wurde das Rathaus 1850 umgebaut<\/em><\/strong><em>, nachdem bereits am 27. Dezember <\/em>(wohl 1849, diese Jahreszahl fehlt) <em>im Gemeinderat ein Balkon f\u00fcr dasselbe bestimmt worden war.<\/em><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p>Lassen wir ebenfalls Philippe Knaff zu Wort kommen. Er berichtet 1867:<\/p>\n<p><em>\u201eInmitten der Stadt, n\u00e4chst der Kirche, steht deren gef\u00e4lliges Stadthaus, welches im Laufe des 17. Jahrhunderts erbaut worden zu sein scheint; die Fa\u00e7ade desselben, im dorischen Stile ausgef\u00fchrt, ist mit einem Balkon versehen, von welchem herab die Urteile des Stadtgerichtes in Kriminalprozessen verk\u00fcndet wurden, w\u00e4hrend der Verurteilte auf der rechten Seite des Geb\u00e4udes, in einer Nische, dem sog. Lumpenring, (an einem eisernen Halsbande befestigt), der \u00f6ffentlichen Schau blo\u00dfgestellt war. In diesem Stadthaus, dessen Umbau vom Jahre 1850 der urspr\u00fcnglichen Bauart desselben nicht entspricht, befinden sich mehrere ger\u00e4umige und gut eingerichtete Lokale f\u00fcr den Gemeinde- und Friedensgerichtsdienst, dazu noch das Stadtgef\u00e4ngnis.\u201c<\/em>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row equal_height=&#8220;yes&#8220; content_placement=&#8220;middle&#8220; css=&#8220;.vc_custom_1652853602239{margin-bottom: 60px !important;}&#8220;][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_column_text]<strong>Im September 1944 wurde das Grevenmacher Stadthaus durch die Sprengungen schwer besch\u00e4digt.<\/strong> Bei der Restaurierung 1949 wurde das Geb\u00e4ude im alten Stil wiederhergestellt.[\/vc_column_text][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_single_image image=&#8220;35958&#8243; img_size=&#8220;full&#8220; add_caption=&#8220;yes&#8220; onclick=&#8220;link_image&#8220;][\/vc_column][\/vc_row][vc_row equal_height=&#8220;yes&#8220; content_placement=&#8220;middle&#8220; css=&#8220;.vc_custom_1652853602239{margin-bottom: 60px !important;}&#8220;][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_single_image image=&#8220;35960&#8243; img_size=&#8220;full&#8220; add_caption=&#8220;yes&#8220; onclick=&#8220;link_image&#8220;][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_column_text]<strong>Bis November 2007<\/strong> fungierte das \u201ealte\u201c Stadthaus <strong>als Rathaus<\/strong>. Dann zog man in das neue Stadthaus um. Nachdem einige Um\u00e4nderungen und Versch\u00f6nerungen an der \u201ealten Gemeinde\u201c get\u00e4tigt worden waren, konnte <strong>im Sommer 2009 die Stadtbibliothek,<\/strong> die bis dahin im Osburg-Haus untergebracht war, umziehen.<\/p>\n<p>Mittlerweile empf\u00e4ngt die gut best\u00fcckte Bibliothek, in der man auch auf e-books zur\u00fcckgreifen kann, dreimal w\u00f6chentlich recht zahlreiche interessierten Leserinnen und Leser.[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row equal_height=&#8220;yes&#8220; content_placement=&#8220;middle&#8220; css=&#8220;.vc_custom_1652853602239{margin-bottom: 60px !important;}&#8220;][vc_column][vc_single_image image=&#8220;35962&#8243; img_size=&#8220;full&#8220; add_caption=&#8220;yes&#8220; onclick=&#8220;link_image&#8220;][\/vc_column][\/vc_row][vc_row equal_height=&#8220;yes&#8220; content_placement=&#8220;middle&#8220; css=&#8220;.vc_custom_1652853602239{margin-bottom: 60px !important;}&#8220;][vc_column][vc_column_text]<\/p>\n<h4>Ein \u201ehistorisches\u201c Glasfenster<\/h4>\n<p><strong>Als bleibende Erinnerung an \u201e750 Joer Fr\u00e4iheet fir Gr\u00e9iwemaacher\u201c<\/strong> im Jahr 2002, beschlossen Gemeindeverantwortliche und Kulturkommission, ein farbiges Glasfenster als Oberlicht \u00fcber der Eingangst\u00fcr des damaligen Stadthauses anfertigen zu lassen.<\/p>\n<p>Entworfen wurde dieses besondere Fenster von Dipl.-Ing. Kurt Scheuer aus Oberbillig und ausgef\u00fchrt von seiner Tochter, der Glasmalerin Heidemarie Scheuer, in deren Werkstatt in Kanzem bei Konz.<\/p>\n<p>Die Verglasung, f\u00fcr die ausschlie\u00dflich Echtantikgl\u00e4ser verwendet wurden, besteht aus <strong>fast 80 einzelnen Scheiben<\/strong>, mit Bleiruten zusammengesetzt. Das beachtenswerte \u201eDokument\u201c, das von einer braunen Schriftrolle mit dem Namen <strong>\u201eMakeren\u201c<\/strong> \u00fcberragt wird, ist <strong>mit zahlreichen geschichtlichen Details<\/strong> betr. das Wesen und Werden von Grevenmacher versehen. Rechts neben dem Schriftzug befindet sich, nur angedeutet, das legendenumwobene Kreuz auf dem Kreuzerberg. Besonders gelungen ist die Vision der Festungsanlage, mit dem wuchtigen Wacht- und Wehrturm sowie mit Stadtt\u00fcrmen und -toren in der Mitte des Fensters.<\/p>\n<p>Auf der Mosel sind Flussszenen dargestellt. Links im Glasfenster befindet sich die Schrift: <strong>\u201eMaacher Fr\u00e4iheet 1252\u201c,<\/strong> in Anlehnung an die Freiheitscharta, die Graf Heinrich der Blonde damals \u00fcberreichte. Daneben steht das Marktkreuz. Es erinnert an das im Jahre 1357 von Herzog Wenzel I. verliehene Marktrecht.<\/p>\n<p>Die rechte Seite des Fensters ist eher gegenwartsbezogen: <strong>\u201eGrevenmacher 2002\u201c<\/strong> steht \u00fcber der lateinischen Inschrift: <strong>\u201ePerstet et aeterna Pace fruatur + Amen\u201c.<\/strong> Was so viel bedeutet wie: \u201e(Grevenmacher) soll weiterbestehen und sich des ewigen Friedens erfreuen + Amen.\u201c Rechts neben der Inschrift sieht man den Kirchturm in seiner heutigen Form, die Kreuzkapelle als Symbol der Ortschaft sowie ein mit Trauben gef\u00fclltes R\u00f6merglas mit Rebenbl\u00e4ttern, das auf die Bedeutung der Stadt als Weinmetropole hinweisend. Auch der legend\u00e4re \u201eBlannen Theis\u201c wartet mit einer Weise auf, zusammen mit seiner Frau und seinem Hund.<\/p>\n<p>In der oberen rechten Ecke befindet sich schlie\u00dflich das Signet von Heidemarie und Kurt Scheuer. Besonders beeindruckend ist dieses einmalige Glasfenster, das von innen betrachtet werden will, wenn die Sonne darauf scheint.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <strong>Monique Hermes<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Quellen:<\/strong><\/p>\n<p><strong>Hurt, Joseph (Nachlass): <\/strong>Grevenmacher. Einer Moselstadt geschichtliches Werden und Wachsen. Von den Anf\u00e4ngen bis 1800. Unver\u00f6ffentlichte Kartularchronik, Gemeindearchiv Grevenmacher.<br \/>\n<strong>Knaff, Philippe: <\/strong>Geschichtliche Abhandlung \u00fcber die Stadt und ehemalige Festung und Landrichterei Grevenmacher, 1867.<br \/>\n<strong>Welter,<\/strong> Jean: Ein Fenster erz\u00e4hlt Geschichte, in \u201e1252-1952 750 Joer Fr\u00e4iheet fir Gr\u00e9iwemaacher, E R\u00e9ckbl\u00e9ck\u201c, 2002.<br \/>\nDie Beitr\u00e4ge \u00fcber das alte Stadthaus wurden bereits ver\u00f6ffentlicht in den Gemeindebulletins 7\/2016 und 8\/2016. (Update: Mee 2022).[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row]<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row equal_height=&#8220;yes&#8220; content_placement=&#8220;middle&#8220; css=&#8220;.vc_custom_1652853602239{margin-bottom: 60px !important;}&#8220;][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_column_text]Um das \u201ealte\u201c Stadthaus im Herzen der Moselmetropole soll es hie gehen. 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