{"id":34278,"date":"2022-02-15T10:36:12","date_gmt":"2022-02-15T09:36:12","guid":{"rendered":"https:\/\/grevenmacher.lu\/1815-greiwemaacher-wellen-eng-trennung-mat-folgen\/"},"modified":"2024-08-20T11:36:32","modified_gmt":"2024-08-20T09:36:32","slug":"1815-greiwemaacher-wellen-eng-trennung-mat-folgen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/grevenmacher.lu\/de\/1815-greiwemaacher-wellen-eng-trennung-mat-folgen\/","title":{"rendered":"1815 Gr\u00e9iwemaacher-Wellen: Eng Trennung mat Folgen\u201c"},"content":{"rendered":"<div class=\"wpb-content-wrapper\"><p>[vc_row][vc_column][vc_column_text]<\/p>\n<h3><strong>Ein Szenenspiel, aufgef\u00fchrt beim \u201eNopeschfest\u201c <\/strong><strong>am 30. Mai 2015\u00a0<\/strong><strong>in Grevenmacher<\/strong><\/h3>\n<p><strong>\u201e1815 Gr\u00e9iwemaacher-Wellen: Eng Trennung mat Folgen\u201c, so lautet der Titel des kurzen historischen Szenenspiels, das zum Auftakt des ersten gemeinsamen \u201eNopeschfest\u201c am 30. Mai 2015 um 11.45 Uhr in Grevenmacher von Mitgliedern der lokalen Integrationskommission zusammen mit Freunden aus Grevenmacher und Wellen, begleitet von der HMG und der Fanfare Concordia aus Wellen, auf dem Kiosk in der N\u00e4he der Dekanatskirche aufgef\u00fchrt wird.<\/strong><\/p>\n<p>Bei dieser Auff\u00fchrung wird die jahrhundertelange gemeinsame Vergangenheit von Grevenmacher und Wellen (1153-1815) thematisiert. <strong>Kaiser Napoleon I.<\/strong> best\u00e4tigt von der Grevenmacher B\u00fchne aus die Zugeh\u00f6rigkeit des damaligen Kantons Grevenmacher zum \u201eD\u00e9partement des For\u00eats\u201c (1795-1815). Gemeindeschreiber aus der Zeit Napoleons listen die heute luxemburgischen und deutschen Ortschaften auf, welche zu dieser Zeit im Kanton Grevenmacher und im besagten Departement lagen, und kein Geringerer als <strong>F\u00fcrst Klemens von Metternich<\/strong> tritt auf der gleichen B\u00fchne auf, um die Beschl\u00fcsse des Wiener Kongresses und damit die auch Trennung zwischen Grevenmacher und Wellen zu verk\u00fcnden. Die <strong>acht kurzen Szenen<\/strong> werden mit passenden musikalischen Einlagen, gespielt von HMG und Concordia Wellen, eingeleitet, bzw. umrahmt.<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend ein kurzer <strong>\u00dcberblick \u00fcber die Zeit vor dem Wiener Kongress und die Folgen dieses Kongresses f\u00fcr Luxemburg<\/strong>, dies um das Geschehen auf der B\u00fchne bereits im Vorfeld zu beleuchten.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<h4><strong>Das W\u00e4lderdepartement (\u201eD\u00e9partement des For\u00eats\u201c)<\/strong><\/h4>\n<p><strong>Am 5. Juni 1795<\/strong> fiel die Festung Luxemburg in die H\u00e4nde der franz\u00f6sischen Republikaner. Damit hatte die Herrschaft der \u00f6sterreichischen Habsburger, die von 1714 bis 1795 gedauert hatte, \u201ehierzulande\u201c ein Ende.<\/p>\n<p>Das Herzogtum Luxemburg, das Teil des Heiligen R\u00f6mischen Reiches Deutscher Nation war, kam unter franz\u00f6sische Herrschaft. Das Land, das viel gr\u00f6\u00dfer war, als heute, wurde in die vier \u201eArrondissements\u201c Bitburg, Diekirch, Luxemburg und Neufch\u00e2teau eingeteilt. Jedem dieser Bezirke wurde eine gewisse Anzahl an Kantonen zuteil, und jeder Kanton umfasste eine Anzahl an \u201eMairies\u201c (Gemeinden).<\/p>\n<p><strong>Das \u201eD\u00e9partement des For\u00eats\u201c<\/strong> entstand w\u00e4hrend der ersten franz\u00f6sischen Republik <strong>am 1. Oktober 1795<\/strong> (le 9 vend\u00e9miaire de l\u2019an IV) und bestand weiter im ersten franz\u00f6sischen Kaiserreich unter Napoleon I (1804-1814\/15). Es umfasste Teile von Belgien, Luxemburg und Deutschland. Die Hauptstadt des Departements, das seinen Namen von den W\u00e4ldern der Ardennen erhalten hatte, war Luxemburg. Das Departement 98 war in vier Arrondissements, 27 Kantone und 383 Gemeinden unterteilt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4><strong>Der Kanton Grevenmacher im \u00abD\u00e9partement des For\u00eats\u00bb <\/strong><strong>(98)<\/strong><\/h4>\n<p><strong>Der Kanton Grevenmacher<\/strong> mit seinen 17 Gemeinden diesseits und jenseits von Mosel und Sauer, (die damals beide noch keine Grenzfl\u00fcsse waren), geh\u00f6rte zum Bezirk Luxemburg. Im Kanton mit Grevenmacher als Hauptort waren 17 Gemeinden, von Berburg \u00fcber Langsur, Moersdorf und Temmels <strong>(mit Wellen)<\/strong> bis Wincheringen, um nur diese aufzulisten. Der Kanton Grevenmacher verblieb im W\u00e4lderdepartement von 1795 bis 1815.<\/p>\n<figure id=\"attachment_34268\" aria-describedby=\"caption-attachment-34268\" style=\"width: 404px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/grevenmacher.lu\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Kanton-Grevenmacher-Dep.-Forets-1.jpg\"><img class=\" wp-image-34268\" src=\"https:\/\/grevenmacher.lu\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Kanton-Grevenmacher-Dep.-Forets-1-973x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"404\" height=\"425\" srcset=\"https:\/\/grevenmacher.lu\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Kanton-Grevenmacher-Dep.-Forets-1-973x1024.jpg 973w, https:\/\/grevenmacher.lu\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Kanton-Grevenmacher-Dep.-Forets-1-285x300.jpg 285w, https:\/\/grevenmacher.lu\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Kanton-Grevenmacher-Dep.-Forets-1-768x809.jpg 768w, https:\/\/grevenmacher.lu\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Kanton-Grevenmacher-Dep.-Forets-1.jpg 1077w\" sizes=\"(max-width: 404px) 100vw, 404px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-34268\" class=\"wp-caption-text\">Der Kanton Grevenmacher im \u201eD\u00e9partement des For\u00eats\u201c. (Zeichnung: J. Hurt, Gemeindearchiv Grevenmacher)<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Zwischen Grevenmacher und Wellen<\/strong> bestand zu dem Zeitpunkt keine feste Br\u00fcckenverbindung. Auf der \u201eSituations Carte von der teutschen und franz\u00f6sischen Position an der Mosel und Saar in der Gegend von Trier und Saarburg im Jahr 1793 und 1794\u201c hat ein \u201eOfficier von der teutschen Armee\u201c jedoch eine Verbindung eingezeichnet. Es d\u00fcrfte sich dabei um eine provisorische Br\u00fccke gehandelt haben, die lediglich zu Milit\u00e4rzwecken gebraucht wurde.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4><strong>Die territoriale Neuordnung Europas nach dem Wiener Kongress<\/strong><\/h4>\n<figure id=\"attachment_34270\" aria-describedby=\"caption-attachment-34270\" style=\"width: 552px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/grevenmacher.lu\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Gr.-Pont-Militarbrucke2.jpg\"><img class=\" wp-image-34270\" src=\"https:\/\/grevenmacher.lu\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Gr.-Pont-Militarbrucke2-1024x596.jpg\" alt=\"\" width=\"552\" height=\"321\" srcset=\"https:\/\/grevenmacher.lu\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Gr.-Pont-Militarbrucke2-1024x596.jpg 1024w, https:\/\/grevenmacher.lu\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Gr.-Pont-Militarbrucke2-300x174.jpg 300w, https:\/\/grevenmacher.lu\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Gr.-Pont-Militarbrucke2-768x447.jpg 768w, https:\/\/grevenmacher.lu\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Gr.-Pont-Militarbrucke2-1536x893.jpg 1536w, https:\/\/grevenmacher.lu\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Gr.-Pont-Militarbrucke2.jpg 1972w\" sizes=\"(max-width: 552px) 100vw, 552px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-34270\" class=\"wp-caption-text\">Detail aus der \u201eSituations Carte\u201c von 1793\/1794 (Digitale Sammlung der Universit\u00e4ts- und Landesbibliothek Darmstadt)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Der Wiener Kongress fand <strong>vom 18. September 1814 bis zum 9. Juni 1815<\/strong> in Wien statt. Leiter war der \u00f6sterreichische Staatskanzler F\u00fcrst (Klemens Wenzel Lothar von) Metternich (geboren am 15. Mai 1773 in Koblenz, gestorben am 11. Juni 1859 in Wien). Die europ\u00e4ischen Staaten waren durch namhafte Pers\u00f6nlichkeiten vertreten. Auch der russische Zar Alexander I. \u00fcbte einen starken Einfluss aus.<\/p>\n<p>Es ging um <strong>die neue Festlegung der Staatsgrenzen<\/strong>, also um die territoriale Neuordnung Europas und <strong>die Sicherstellung des Friedens<\/strong> nach den Napoleonischen Kriegen (1792-1815) und Napoleons Sturz. Anfangs kamen keine Ergebnisse zustande, sodass Napoleon f\u00fcr 100 Tage Herrschaft zur\u00fcckkehrte.<\/p>\n<p>Beim Kongress verlor Frankreich dann alle von Napoleon eroberten Gebiete. Wichtigstes Ergebnis war jedoch <strong>die Herstellung des Gleichgewichtes der europ\u00e4ischen M\u00e4chte,<\/strong> was zu einer fast 40 Jahre andauernden Friedenszeit in Europa f\u00fchrte.<\/p>\n<p>Aufgrund der Beschl\u00fcsse auf dem Wiener Kongress wurde das \u201eD\u00e9partement des For\u00eats\u201c 1815 auf das Vereinigte K\u00f6nigreich der Niederlande und das K\u00f6nigreich Preu\u00dfen aufgeteilt.<strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Luxemburg <\/strong>selbst, nun <strong>Gro\u00dfherzogtum<\/strong>, wurde <strong>zu einem unabh\u00e4ngigen Staat<\/strong> erkl\u00e4rt, <strong>musste aber Gebiete \u00f6stlich von Mosel, Sauer und Our an Preu\u00dfen abtreten,<\/strong> und blieb unter den K\u00f6nigen des Hauses Nassau-Oranien <strong>in Personalunion mit den Niederlanden<\/strong> verbunden. Erster K\u00f6nig-Gro\u00dfherzog war Wilhelm I. (1815-1840).<\/p>\n<p><strong>Zusammenstellung: Monique Hermes<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><u>Quellen:<\/u><\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Geschichte Luxemburgs, Joseph Meyers, ab 1939.<\/strong><\/li>\n<li><strong> Einer Moselstadt geschichtliches Werden und Wachsen, unver\u00f6ffentlichte Kartularchronik, von Jos. Hurt, Gemeindearchiv Grevenmacher.<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_single_image image=&#8220;34273&#8243; img_size=&#8220;full&#8220; onclick=&#8220;zoom&#8220;][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_single_image image=&#8220;34275&#8243; img_size=&#8220;full&#8220; onclick=&#8220;zoom&#8220;][\/vc_column][\/vc_row]<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row][vc_column][vc_column_text] Ein Szenenspiel, aufgef\u00fchrt beim \u201eNopeschfest\u201c am 30. 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