Brand 1822 2

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An d’Gemengenarchive geluusst VII

Der Brand von 1822 in Grevenmacher (II)

Insgesamt 147 Wohnhäuser sowie etwa 80 Stallungen und 39 Scheunen mit allen Vorräten waren bekanntlich bei der Brandkatastrophe vom 18. November 1822 in Grevenmacher ein Raub der Flammen geworden. Dieses Ereignis wurde nicht nur entsprechend thematisiert sondern die Gemeinde verfügt auch im Gemeindearchiv über zahlreiche historische Dokumente betreffend den „großen Brand“.

Wohl das erste und wertvollste Dokument ist jener Aufruf an das ganze Land, den der Präsident der Städtedeputation Willmar nur zwei Tage später, am 20. November 1822, erließ. (Jean-Georges Willmar war zu der Zeit Gouverneur des erst 1815 geschaffenen Großherzogtums Luxemburg unter König-Großherzog Wilhelm I.)

In dieser Verordnung in deutscher und französischer Sprache, „in Betreff einer Feuersbrunst welche die Stadt Grevenmacher verwüstet hat“, heißt es u. a. in der Einleitung: „Die Einwohner, der Strenge der Jahreszeit ausgesetzt, und der Mittel beraubt sich dagegen zu verwahren, flehen inständig ihre Mitbürger um Hilfe an.“

„Die Deputation der Stände des Groß-Herzogtums von Lützemburg“ verordnet alsdann in ersten Artikel:
„Es wird zu Gunsten der Verbrannten der Stadt Grevenmacher eine Collekte eröffnet.

Sind aufgefordert, zu diesem Werke der Wohltätigkeit beizutragen, die Beamten jeder Gattung, die Geistlichen und die Agenten aller Verwaltungen:“
In den weiteren vier Artikeln geht es um die konkreten Ausführungsbestimmungen dieser Kollekte sowie um die „Commission“, die mit der Verwaltung der Hilfsgelder betreut wurde. Für Grevenmacher gehörten der Kommission an: „Die Herren Beving, Friedensrichter und Mitglied derProvinzial-Stände zu Grevenmacher;“ und „Hesse, Notar am besagten Ort“. Viele weitere handgeschriebene Schriftstücke aus den 1920er Jahren, in denen es um die Brandkatastrophe von 1822 und ihre Folgen geht, werden in den Grevenmacher Gemeindearchiven aufbewahrt. Daraus wird ersichtlich, dass der „große Brand“ viel in Grevenmacher zerstört hatte und dass viel Tinte wegen dieser Katastrophe geflossen ist. Es wird aber auch deutlich, dass die Grevenmacher Bürger auf tatkräftige Hilfe von vielen Seiten zählen konnten.

Monique Hermes

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