Brand 1822-1

An d’Gemengenarchive geluusst VI

Der Brand von 1822 in Grevenmacher (I)

Wohl kaum ein Ereignis hat in Grevenmacher für so viel Aufregung gesorgt und derart verheerende Spuren hinterlassen, wie der Brand vom 18. November 1822, auch bekannt als „der große Brand“. Diese Katastrophe, bei der insgesamt 147 Wohnhäuser sowie etwa 80 Stallungen und 39 Scheunen mit allen Vorräten verbrannten, ist denn auch entsprechend thematisiert worden:

  • –  Im Beitrag „Der große Brand von 1822“ (Nach Aufzeichnungen eines Zeitgenossen), veröffentlicht in der Obermosel-Zeitung vom 19. Dezember 1923, aufgegriffen in der Festschrift „Grevenmacher – La Bonne Ville“ (1952).
  • –  In einer vom Lokalhistoriker Joseph Hurt (1892-1962) verfassten Abhandlung mit dem Titel „Der Brand von Grevenmacher am 18. November 1822. Nach zeitgenössischen Berichten dargestellt.“ (Veröffentlicht in „Ons Heermecht“ 1924.)
  • –  In der Monatsschrift „Trierische Heimat“ (Juli 1931): „Die Trierer Hülfe beim Stadtbrande von Grevenmacher 1822“, beschrieben von Heinrich Milz.
  • –  In einem Büchlein, mit dem Titel „Der Brand von Grevenmacher 1822 – Nach zeitgenössischen Dokumenten dargestellt von Joseph Hurt“, welches das Feuerwehrkorps der Stadt Grevenmacher 1956 herausgegeben hat. (Große Teile der vorher erwähnten Abhandlung werden hier übernommen.)
  • –  In einer von Monique Hermes kommentierten Kurzfassung der Darstellung von Joseph Hurt im „Livre d’Or“ (2002) zum 175-jährigen Bestehen des Grevenmacher Feuerwehrkorps.Bevor wir uns in einem zweiten Beitrag mit weiteren wichtigen und wertvollen Dokumenten beschäftigen, seien an dieser Stelle einige Fakten zitiert:„Um das Jahr 1822 herrschte in Grevenmacher ein ziemlicher Wohlstand. Die Ortschaft zählte etwa 2000 Einwohner in 341 Häusern. (…). Obwohl die Stadt Grevenmacher im Jahre 1822 keine Festung mehr war, bestand doch noch ein Teil der alten Ringmauern, an welche die Häuser an- und eingebaut waren. Diese Häuser, klein und ineinander geschachtelt, hatten fast alle Strohdächer. Die Straßen waren eng, ein Dach lag am andern. Zu einer gewaltigen Feuersbrunst bedurfte es nur eines zündenden Funkens und eines starken Windes. Beides fand sich zusammen an jenem unglücklichen 18. November 1822“, schreibt Hurt.Etwas weiter geht es um den „Anstifter“ der Feuersbrunst: „Im Turm der früheren Ringmauer, am Diedenhofener Tor, in Nr. 139, der Ecke Diedenhofenerstraße und Syrgasse wohnte ein Mann, Georg Waldbillig, von den

Leuten „Daddermetz“ genannt. (…) Dieser hatte am Vorabend des 18. November 1822 heimlich zuhause ein Schwein geschlachtet und gesengt.“
Die im übriggebliebenen Stroh verbliebenen glimmenden Feuerfunken und der starke Südwind trugen das Ihre zu jener Katastrophe bei, die als „der große Brand“ in die Geschichte eingegangen ist und bei der Trierer Hilfe gebraucht wurde.

Monique Hermes

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