Bonne Ville

An d’Gemengenarchive geluusst XLII

„Grevenmacher ,La Bonne Ville‘ 1252-1952“ Eine beachtenswerte Monografie

Als Grevenmacher vor nunmehr fast 65 Jahren, genau am 29. Juni 1952, die 700-Jahrfeier des Freiheitsbriefes beging, geschah das auf memorable Art und Weise. „An diesem Tag soll keine Mühe zu groß, sollen keine Kosten zu hoch sein, um aller Welt zu zeigen, wie sehr der Luxemburger, wie sehr der Moselaner, seine Freiheit liebt“, hieß es in einem Pressebeitrag vom 21. Mai 1952 im „Luxemburger Wort“.

In besagtem Pressebeitrag – es handelt sich um die Reportage einer Pressekonferenz seitens der Gemeinde – wird auf zwei Festschriften hingewiesen, die für das Jubiläum veröffentlicht wurden. Beim ersten Werk handelt es sich um „Die Anfänge der Stadt und Festung Grevenmacher“,herausgeben von Ad. Berens – wir gingen bereits mehrmals in dieser Rubrik auf besagte Schrift ein, die damals „jedem Haushalt von Grevenmacher seitens der Stadtverwaltung überreicht (wurde), welche die hohen Kosten nicht gescheut hatte, um jeden in die Lage zu versetzen, sich mit seiner Heimatgeschichte vertraut zu machen.“

Bei der zweiten Veröffentlichung geht es um die hochkarätige Monografie mit dem Titel „Grevenmacher ,La Bonne Ville‘ 1252-1952“, ein mittlerweile äußerst rares Werk, von dem sich noch einige Exemplare im Gemeindearchiv befinden. Zur Erläuterung des Titels: Als „Bonne Ville“ bezeichnete man im Mittelalter in Europa eine Stadt, die über ein besonderes Statut verfügte und dadurch in einer privilegierten Beziehung zum Herrscher stand, eine Tatsache, die der Stadt eine gewisse Autonomie verlieh. In Grevenmacher war das die vom Herrscher gewährte „Freiheit“.

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Als „wertvolles Buch, ohne jegliche Reklametexte, das seinen Platz auch in der auserlesensten Bibliothek einnehmen dürfte“, wurde die „Bonne Ville“ vorgestellt. „Es soll als bleibendes Dokument Kunde geben von den Geschehnissen, die sich um die Gedenkjahre 1052 – 1252 – 1552 der alten Festungsstadt und Landrichterei Grevenmacher ranken“, bemerkte Bürgermeister Victor Prost bei der bereits zitierten Pressekonferenz.

Kurz vor dem Fest, am 26. Juni 1952, heißt es, diesmal im „Letzeburger Journal“: „Dieses Werk von seltenem Wert, prächtig im Inhalt und prächtig in der Aufmachung, wird sich nicht zu schämen brauchen, auch in der anspruchsvollsten Hausbibliothek einen Ehrenplatz einzunehmen.“

Nur zwei Tage später, also einen Tag vor dem besonderen Jubiläum, stellte Adolphe Berens die Festschrift mit einem Geleitwort von Minister Pierre Frieden ausführlich im „Luxemburger Wort“ vor, als „Prachtwerk mit 272 Seiten Text und zahlreichen Kunsteinlagen von Wappen, Siegeln, Porträts, Landschaften, vertrauten Winkeln und alten Gässchen. (…) Beherrscht wird das Ganze von dem Wahrzeichen der Stadt, dem Wachtturm, der reckenhaft Vergangenheit und Gegenwart, Kirchliches und Weltliches verbindet und symbolisiert, und behütet durch den von dem Heraldiker Louis Wirion eigens für diese Gelegenheit in einem 6 Farben Wappenschild dargestellten Löwen mitdem silbernen Schlüssel.“

Berens schrieb weiter: „Geradezu erstaunlich ist, dass Grevenmacher unter den eigenen Söhnen genügend Talente gefunden hat, Historiker, Künstler, Dichter, die in edlem Wettstreit ihre Anhänglichkeit an die Vaterstadt bewiesen und eine Leistung vollbracht haben, die weit über den lokalen Rahmen hinausgeht“, und zollte damit allen am Werk beteiligten Autoren, um den „Regisseur“ des Ganzen, Joseph Hurt, ein großes Lob.

„Ich weiß nicht, ob je eine gediegenere reichhaltigere Festschrift zu einer ähnlichen Stadtjahrhundertfeier erschienen ist, als diese, die wir Grevenmacher verdankten“, schließt Berens. Auch in anderen Presseorganen wird der gediegenen Veröffentlichung etliche Beachtung geschenkt.

Leider ist es der Schreiberin dieser Zeilen bis dato nicht gelungen, den ursprünglichen Verkaufspreis der beachtenswerten Monographie „Grevenmacher ‚La Bonne Ville‘ 1252-1952“ ausfindig zu machen. Als ich jedoch im Internet über den heutigen Preis recherchierte, wurde ich gleich dreimal fündig. Bei ebay wird die Schrift zum Preis von 69,00 Euro angeboten, bei nostalgie.lu verlangt man 120,00 Euro und bei einem deutschen Antiquariat gar 125 Euro… Die mittlerweile 65 Jahre „alte“ Monografie (2017) steht also immer noch hoch im Kurs stehen. Nicht nur in Grevenmacher, wo sie noch in mancher privaten Bibliothek zu finden sein dürfte…

Monique Hermes

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